[Aphorismen | Gedankensplitter]

Aphorismen, Gedankensplitter:

 

Ich habe keine Zeit - um alt zu sein.

(29.07.2008)

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Erst denken, dann lesen.

(13.06.2008)

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Vakuum

Wer in der Vergangenheit lebt, erreicht die Zukunft nicht.

(13.06.2008)

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Heimatlos

Das Leben zu viel,
der Tod zu wenig.

(16.05.2008)

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Denken
ist in der Tat
eine Handlung

(16.03.2008)

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Manchmal glaube ich zu wissen,
dass ich zu viel für mich bin.

(07.03.2008)

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Unser Leben pulsiert in Schaltkreisen.

(04.03.2008)

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Nachdenken macht einsam.
Vordenken auch.

(03.03.2008)

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Wenn ich Nachrichten verfolge,
denke ich immer öfter daran,
dass Mensch ein Schimpfwort ist.

(03.03.2008)

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Luxus ist so zu leben,
als hätte man alle Zeit der Welt.

(04.12.2007)

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Ich war als Kind schon wie ein Kind.

(04.09.2007)

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Zeit

Ich will entweder früher oder später leben.
(Da wäre ich relativ absolut.)

(06.08.2007)

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Schüchternheit ist ein Blickwinkel der Unschuld.

(20.08.2006)

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Der stärkste Mensch ist derjenige,
der sich selbst besiegt hat.

(03.07.2006)

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Auferstehung

Die Frau am Grab ihrer Mädchenhaft:
"Glaubtest du wirklich,
sie wären so treu wie Gold?"
"Glaubst du, ich liege hier umsonst?"

(20.04.2005)

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Portrait Mann mit Subha

Die Finger auf der Subha blass
der Mund ein Strich heimlicher
Geigen begleiten sie und sie
weinen ineinander Münder.
Der Blick auf genähte Glieder
hält der Alte Fest der Ehre
ist ganz stolz
ist ganz Mann.
Die Finger auf der Subha drücken
ineinander Hass mit Blicken
auf das lange Haar der Frau
fallen Kugeln aus der Hand
und sie bald tot daneben.

(20.04.2005)

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Unendlich

Immer wieder
sophistische Worte,
Schlag auf Schlag:
Hass,
Leidenschaft,
Liebe.
Immer wieder
kreuzen sich
Ende und Anfang,
Deine Hand, meine Haut,
nie und immer.

(27.03.2005)

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Wie auf
fremden Sohlen
trat der Klang
das Lachen hoch
zu Boden nieder
Knien,
nicht ab,
meinte er
ich schreibe
wie auf
rohen Eiern?

(Mai 2004)

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Kalenderblatt

Ein Ganzes
Haus geöffnet
Kerne kullern
Fleisch wird gelb,
es runzelt, es zerfällt.
Der Duft teilt mich
in Kupfer und Eisen.

(31.10.2003)

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Wenn sich die Seelen vereinen,
folgen die Körper.

(02.10.2003)

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Alles bleibt Juli II

Die Haut ist warm
auf deiner Haut
frage ich mich
was du wohl schreibst
wenn du schweigst
in den Nächten
vor dem kalten Kamin
ein Glas Wein
und unser stiller Schwur
ein Toast
auf den nächsten Sommer.

(11.08.2003)

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Alles bleibt Juli I

Die Entfernung
in schnellen Sätzen
gehen, Komma
hin und wieder
und immer noch
fliegen die Küsse
wie Regen
über der Glut.

(07.08.2003)

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Ich muss verteufelt gut aufpassen,
dass ich dich nicht anhimmel.

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Der Körper macht
den Menschen
menschlich.

(24.12.2002)

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Der Araber in meinem Mund

meine Zähne
ein Zaun
meine Zunge
ein Halfter
mein Atem
die Freiheit

(08.09.2002)

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Salzprismen

Die Sonne
weint mir Strahlen
auf die Haut.
Meine Poren
Gefäß
ihrer Tränen.

(08.09.2002)

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Wir sind die Figuren in einem Traum
und der Sinn des Lebens ist,
herauszufinden wer uns träumt.

(31.07.2002)

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Wie das Tier
schleiche ich blind
um ein kitschiges Wort
und verpasse mir
den Stempel einer
gefährdeten Rasse.

(05.06.2002)

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Liebe mich auf dem Boden
der Tatsachen.

(08.05.2002)

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Abstand

Vor meinen Augen
male ich meinen Mund
auf deine Lippen,
solange bis du mein
Schweigen mit einem Kuss
unterbrichst.

(30.04.2002)

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Ich laufe nicht weg,
ich jage nur meinen Gedanken hinterher.

(04/2002)

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Der Wind stieß
alles gerade um,
mit schrägen Gedanken
fegte er durch unser Haus
und hinterließ
fadenscheinige Träume.

(15.03.2002)

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Durch
unsere Körper
Formen
in schwarze Jade
schnitzen.

(19.02.2002)

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Computerge-Sätze

Dem (PC) werde ich´s zeigen:
Hier bin immer noch ich -
die Herrin im Gehäuse.

(16.02.2002)

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Ich weinte um ein Haar,
es war das letzte,
auf deinem dicken Schädel.

(09.02.2002)

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Ich verfluche dich und mich
auf ein menschliches Leben,
weil wir im Hier und Jetzt
nur robotieren.

(09.02.2002)

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In zwanzig Jahren
sieht jeder von uns
in seinen Spiegel;
wir werden unsere Falten zählen
und uns verfluchen
dass wir nicht nebeneinander
gefaltet sind.

(09.02.2002)

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Ich wünsche dir Träume,
von denen du schon immer geträumt hast.

(26.06.01)

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Gedanken sind zwar recyclefähig,
aber nicht biologisch abbaubar.

(25.06.01)

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Man muss kein Engel sein
um geflügelte Worte zu sprechen.

(24.06.01)

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Der ästhetischste Schweiß
ist der in unserem Angesicht.

(24.06.01)

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Ich stehe mit beiden Beinen auf der Erde,
nur mein Kopf steckt zwischen den Wolken.

(22.06.01)

 

 

 


Aphorismen © Alessandra Mancinelli 2001-2009
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